Als Kind wurden bei mir die Grundlagen einer deutlichen Angst (also mehr als einem gesunden Respekt) vor Hunden gelegt. Dabei hatte ich nie eine Begegnung mit wirklich aggressiven Hunden, sondern vor allem mit unsensiblen Hundebesitzern.

Bei einer Griechenlandreise während meines Studiums erlebte ich drei junge Hunde-Rabauken. Im Dorf erschreckten sie die Menschen - meinen Freund und mich nahmen sie als Freunde auf. Meine Angst veränderte sich.

Über fast 15 Jahre hinweg erlebte ich die Geschicke eines Rudels mit, das in Katalonien (Spanien) in einer Region zwischen Pyrenäen und Mittelmeer lebte. Ich war zu Urlauben und verschiedenen beruflichen Projekten dort, so dass ich über viele Wochen hinweg die Hunde direkt vor der Haustüre erleben konnte.

Es waren keine herrenlosen Hunde, aber unerzogene, dazu mit einer ausgeprägten Neigung zum Streunen. Ich hatte viel Gelegenheit, sie zu beobachten, und allmählich verstand ich, wie sie mit ihren Möglichkeiten unter einander kommunizierten. Und wenn Kommunikation schon zwischen uns Menschen ein Thema ist, das mich immer faszinierte, um wieviel mehr dann innerhalb einer anderen Spezies oder zwischen Mensch und Hund.

Und weil zuschauen langweiliger ist als mitmachen, imitierte ich ihr Verhalten - und sie verstanden mich (naja, zugegeben: meistens ...).

So entstand eine tiefe “Freundschaft” und von ihnen habe ich im wesentlichen gelernt, was Basis meines Denkens über Hunde ist. Wir lagerten faul unter schattigen Bäumen, wir spazierten miteinander durch die Weinberge, tollten vergnügt mit den Welpen herum und ich erlebte die Anspannung einer beginnenden Jagd mit. Sie lagen mittags vor meiner Haustüre faul in der Sonne oder holten mich spät abends zum Streunen ab. Oder wir trafen uns bei einem meiner Spaziergänge und es ist schon ein besonderes Gefühl, wenn 8-12 Hunde losstürmen und einen Menschen überschwänglich und vor Vergnügen quietschend begrüßen. Dass diese - teilweise größeren Hunde - auch eine ganz andere Seite hatten, bekam ich mit, wenn sie auf Jagd gingen oder Fremde von Begegnungen mit ihnen erzählten. Für mich waren es vierbeinige Freunde.

Das Buch “Mensch, Hund - du Esel!” schildert viele dieser gemeinsamen Erlebnisse, was ich daraus lernte und wie ich es in meinen Umgang mit Hunden umsetzte.

Ausgerechnet unerzogene Streuner nahmen mir die Angst vor Hunden! Nicht Menschen. Eigentlich schade.

 

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Spannung liegt in der Luft - der (neu angekommene) Rüde im Vordergrund macht jenem links die Vormacht in dem kleinen Rudel in Griechenland streitig.
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Bandi - ans Leben im Freien gewöhnt - ist auch im Schlaf wachsam.